Spurenleser mit Gitarre - Mahnen und Erinnern

18.11.2019 um 19:00 Uhr

Bleibt etwas? Erinnerung? Gedenken? Mahnung?Oder wird alles fortgewischt werden mit einem milden, unwissenden Lächeln? Eine von vielen Fragen, die sich der Liedermacher Maik Pistiak und der Dichter Henry-Martin Klemt aus Frankfurt (Oder) in ihrem Programm stellen. Poesie ist erzählte, gesungene Geschichte. Das war sie immer, so ist sie entstanden. Sie holt den Augenblick ins Jetzt, den vergangenen, vielleicht auch den kommenden. Gesichter werden erkennbar: Siddharta, Kassandra, Rosa Luxemburg, das Mädchen im Schichtbus, der Mann, der Streuselschnecken riecht, wo längst kein Haus mehr steht, die alte Frau, der die Aquarienfische sterben, während sie noch immer von ihrem Liebsten träumt...

 

Wenn Maik Pistiak nach seiner Gitarre  greift, geraten die Saiten in Aufruhr. Wild und fröhlich, traurig und zitternd. Die leidenschaftliche Spielfreude des Musikers macht jedes seiner Lieder zu einem authentischen Erlebnis. Das Getriebensein ist so echt, wie das innehalten, und manchmal scheint es Pistiak selbst fortzureißen, wenn er wirbelndes Heim- und Fernweh besingt. Henry-Martin Klemt, von dem bislang elf Bücher erschienen, spürt dem nach, was er Wurzelland nennt. Lakonisch, bissig, heiter und melancholisch wird er zum Spurenleser, der seine Erfahrungen mit anderen teilen will.

 

Pistiak und Klemt weichen den utopischen Gipfeln so wenig wie den realen Abgründen aus. "Auf höchst poetische Weise ermöglichten sie dabei ungewohnte Einblicke in Höhen und Tiefen menschlicher Beziehungen." schreibt die Märkische Oderzeitung über die Beiden.

 
Foto: Hanry-Martin Klemt
Foto: Hanry-Martin Klemt